Finanzausschuss Dassendorf
Finanzausgleich + Jahresabschlüsse
30.10.2026
Bericht aus dem Finanzausschuss
Am 24. September trafen sich der Finanzausschuss unter meiner Leitung in der „Alten Sparkasse“.
Ein zentraler Punkt waren die aktuellen Zahlen der Jahresabschlüsse 2024 und 2025. Um Großprojekte wie das Neubaugebiet Conradkoppel, die neue Schulsporthalle und das moderne Feuerwehrgerätehaus zielgerichtet steuern zu können, ist eine solide Finanzbasis unerlässlich. Im Jahr 2024 hat die Gemeinde Dassendorf einen Überschuss von 408.337 Euro erwirtschaftet, der Jahresüberschuss 2025 betrug 984.288 Euro. Mit dem Beschluss in der Gemeindevertretung werden die Überschüsse aus beiden Jahren in die Allgemeine Rücklage gebucht. Somit sind die liquiden Mittel auf rund 8,3 Mio. EUR angewachsen. Näheres ist in der Niederschrift zum Finanzausschuss zu lesen.
Ein weiterer Schwerpunkt war der Kommunale Finanzausgleich 2026.
Warum ist die Gemeinde Dassendorf vermutlich von einer „Nehmer-Gemeinde“ zu einer „Geber-Gemeinde“ geworden?
Ich möchte den Finanzausgleich kurz erklären, auch wenn im Detail natürlich noch weitere Faktoren und Formeln greifen, um einen gerechten Ausgleich sicherzustellen:
Der kommunale Finanzausgleich garantiert eine finanzielle Mindestausstattung der Gemeinden, damit diese ihre gesetzlichen Pflichtaufgaben wie Feuerwehr, Schule, Kita, Gemeindestraßen erfüllen können. Die Berechnung, der Bedarf und der Durchschnittswert einer Person werden im Schleswig-Holsteinischen Landtag unter Berücksichtigung umfangreicher wissenschaftlicher Gutachten festgelegt und beträgt für einen Einwohner 1.380 Euro.
Der Bedarf (die Ausgangsmesszahl) wird zu einem Stichtag anhand realer Einwohner/-innen der Gemeinde zuzüglich eines demografischen Zuschlags ermittelt. Das bedeutet, dass Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren einen erhöhten Finanzbedarf haben, der über die Formel (Anzahl der unter 18-Jährigen × 0,5) in der Einwohnerzahl Berücksichtigung findet.
Was bedeutet das konkret für Dassendorf?
Reale Einwohner/-innen zum Stichtag: 3.423 Personen, demografischer Zuschlag (618 Jugendliche × 0,5) = 309, Gesamtbedarf: 3.732 berücksichtigte Einwohner. Dieser ergibt multipliziert mit dem Durchschnittswert von 1.380 Euro einen Finanzbedarf für eine finanzielle Mindestausstattung von 5,15 Millionen Euro.
Da Dassendorf im Haushaltsplan 2026 Steuereinnahmen von 8,8 Millionen Euro ansetzt, überschreitet die eigene Steuerkraft diesen Bedarf deutlich.
Geplante Steuereinnahmen ergeben sich aus dem Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer, Gewerbesteuer (Hebesatz 350 %), Grundsteuer B (Mindesthebesatz 500), Grundsteuer A (Landwirtschaft).
Das hat gravierende Folgen: Dassendorf erhält 2026 erstmals keine finanziellen Zuweisungen mehr aus dem „Ausgleichstopf“ und zahlt stattdessen eine geringe vierstellige Finanzausgleichsumlage ein.
Das hört sich im ersten Moment vielleicht überschaubar an, aber der Domino-Effekt bei den Umlagen, die automatisch an die hohe Steuerkraft gekoppelt sind, ist erheblich und betrifft unter anderem die Kreisumlage, die Amtsumlage (ca. 21 %),
Ein kurzer Vergleich zum Jahr 2025 verdeutlicht die Veränderung. Für 2025 hat Dassendorf aus dem Ausgleichstopf des Landes Schleswig-Holstein noch 725.000 € erhalten. Für 2026 wird es keinen Ausgleich mehr geben, sondern erhebliche Erhöhungen der umlagefinanzierten Abgaben.
Somit wird deutlich, wo das Minus von über einer Million Euro im geplanten Haushalt 2026 zu suchen ist.
Jürgen Fuchs
Vorsitzender des Finanzausschusses (SPD)